Rückblick & Reflexion – Fachtag „KI & Pflege 2026“

Am 20. Februar 2026 versammelten sich Pflegeexpert:innen, Wissenschaftler:innen und Technologie-Interessierte im Europahaus Wien, um beim Fachtag KI & Pflege – Digitale Transformation: Wie bleibt der Mensch im Mittelpunkt? aktuelle Entwicklungen, Perspektiven und Herausforderungen rund um künstliche Intelligenz in der Pflege zu beleuchten.

Das Programm wurde in enger Zusammenarbeit mit der ÖGPI (Österreichische Gesellschaft für Pflegeinformatik) gestaltet und bot eine ausgewogene Mischung aus strategischen Impulsen, praxisnahen Anwendungsbeispielen und interaktiven Diskussionsformaten.

Durch den Tag führe Renate Nantschev, die mit fachlicher Kompetenz, Souvernität und spürbarer Freude an der Diskussion gekonnt moderierte und die unterschiedlichen Perspektiven der Referent:innen sowie des Publikums miteinander verband.

Flexibilität in der Praxis – auch auf der Bühne

Der Fachtag startete unter besonderen Rahmenbedingungen: Aufgrund eines Schneechaos in Wien kam es zu erheblichen Verzögerungen bei der Anreise, zudem mussten drei Referent:innen kurzfristig – teils wetterbedingt, teils krankheitsbedingt – absagen.

Was folgte, war ein eindrucksvolles Beispiel für das, was Pflege tagtäglich auszeichnet: Flexibilität, Situationselastizität und lösungsorientiertes Improvisieren.

Spontan übernahmen anwesende Vortragende die Programmpunkte der ausgefallenen Kolleg:innen, passten Inhalte an und gestalteten zusätzliche Impulse. Dadurch konnte der Fachtag inhaltlich hochwertig und wie geplant für die Teilnehmenden durchgeführt werden.

Fachliche Impulse & Vorträge

🔹 Eröffnung
Digitale Transformation: Automatisierung vs. Menschlichkeit
Mit einem spannenden Impuls eröffnete Viktoria Redl, Expertin für Pflegeinformatik und digitale Innovationen, den Fachtag. Sie stellte in den Mittelpunkt, wie Automatisierung und KI-Technologien in der Pflege eingesetzt werden können, ohne die Menschlichkeit und Empathie aus dem Blick zu verlieren. Besonders eindrücklich war dabei die historische Einordnung: Mit dem Begriff der „Maschinenschwester“ zeigte sie auf, dass Pflege noch nie technikfrei war und die KI nur eine weitere Evolutionsstufe ist.

🔹 Vormittagssession – e-Health & Telehealth
Emmanuel Helm (Robert Mischak leider ausgefallen) führte durch das Thema „e-Health: Lösungen und Mehrwert für die Pflege in der österreichischen Gesundheits-Telematikinfrastruktur“. Er gab Einblicke in den aktuellen Stand digitaler Gesundheitslösungen, Interoperabilität und Standards, die essenziell sind, damit digitale Werkzeuge in der Praxis funktionieren und Pflegeprozesse sinnvoll unterstützen.

🔹 Telehealth in der Pflege
Kristina Steiner (Elisabeth Kletz leider ausgefallen) beleuchtete, wie Pflege in Telehealth-Programmen neu gedacht wird — mit Fokus auf die aktive Rolle der Pflegefachpersonen innerhalb digitaler Versorgungsstrukturen.

🔹 DiGA, DiPA & Pflegealltag
Jonas Albert stellte praxisnahe Ansätze rund um digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) vor – etwa wie diese im Pflegealltag Nutzung finden und welche Potenziale sowie Herausforderungen mit ihnen verbunden sind.

Nachmittags-Workshops: Erfahrungen & Best Practices

Am Nachmittag teilten die Teilnehmenden ihr Wissen in zwei parallelen Workshop-Strängen:

🔸 Entwicklung digitaler ToolsViktoria Redl (Zita Kis-Dadara leider ausgefallen) zeigte wie bei den Barmherzigen Brüdern ein digitales Tool mit Pflegepersonen von der Idee bis zur Umsetzung entsteht.

🔸 Ethik & Menschlichkeit – In der Session von Birgit Schönfelder wurde intensiv diskutiert, wie der Einsatz digitaler Technologien mit ethischen Grundsätzen und personenzentrierter Pflege in Einklang gebracht werden kann.

Podiumsdiskussion. Perspektiven bündeln, Zukunft gestalten

Den krönenden Abschluss des Fachtags bildete eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, in der zentrale Fragestellungen des Tages noch einmal aufgegriffen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wurden (Inge Köberl-Hiebler, Armin Mesic, Jonas Albert, Viktoria Redl).

Die Diskussion machte deutlich, dass erfolgreiche Digitalisierung in der Pflege nicht allein von technologischer Machbarkeit abhängt, sondern von Partizipation, Kompetenzentwicklung und klarer strategischer Ausrichtung.

Mit einem bewusst provokanten Begriff brachte Jonas Albert die Diskussion zum Schmunzeln – und zugleich zum Nachdenken: „Präferenz-Triage“.

Gemeint war damit – ketzerisch formuliert – eine eigentlich selbstverständliche Frage: Warum nicht zuerst die Patient:innen fragen, was sie möchten?

Besonders spürbar war der gemeinsame Tenor: KI kann unterstützen, analysieren und strukturieren – doch professionelle pflegerische Entscheidungsfähigkeit und Beziehungsarbeit bleiben unersetzlich.

Mit dieser vielschichtigen Reflexion endete ein Fachtag, der Impulse setzte, Perspektiven öffnete und Mut machte, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten.

Reflexion & Ausblick

Der Fachtag „KI & Pflege 2026“ hat einmal mehr gezeigt: Digitale Transformation ist kein Selbstzweck, sondern eine Chance, pflegerische Arbeit gezielt zu entlasten und den Fokus dort zu stärken, wo er hingehört – beim Menschen.

👉 Save the Date: Die Planung für den nächsten Fachtag läuft bereits – 17. Februar 2027 ist als Termin fixiert. Wir freuen uns auf neue Impulse, Vernetzung und frische Perspektiven rund um KI in der Pflege!

Informationen zu den Referent:innen findet ihr hier. Ebenso könnt ihr in der Nachlese die Präsentationen downloaden und in der Fotogalerie schmökern.

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